Von Hochzeiten und von Notgeilheit.

Culture Club | Sonnabend, 9. März 2019, 23.30 Uhr

Wer mit wem? – In Aguasfrescas ist die Frage nach der Liebe eigentlich geklärt, wenn da nicht die Notgeilheit eines alternden Grafen und der pubertierende Page wären: „Die Hochzeit des Figaro“.

Spielplatz für die Inszenierung der Staatsoperette ist passender Weise eine Hochzeitstorte. Damit wird Mozarts Stück behutsam aus dem Jahr 1786 geholt, ohne aber den Zuschauern einen Zwangsmodernisierungsschock á la Semperoper auszusetzen. Dort hatte ich „Die Hochzeit des Figaro“ schon einmal gesehen. Von der damaligen Aufführung sind mir jedoch nur zwei riesige Köpfe in Erinnerung geblieben, die den Garten am Schloss des Grafen Almaviva in der Nähe von Sevilla darstellen sollten.

Die Handlung der nun fast 233 Jahre alten Oper will ich hier nicht zusammenfassen, aber einen wichtigen Fact verkünden. Vielleicht könnt ihr, liebe Leser dieses kleinen aber feinen Blogs, diesen in den nächsten Smalltalk auf einer Party einbinden: „Reich mir die Hand mein Leben“ ist nicht aus der Figaro-Hochzeit. Ich habe heute Abend die ganze Zeit auf diese Melodie gewartet. Laut einer Suchmaschine hätte ich da aber in „Don Giovanni“ gehen müssen.

Beiden Stücken hat Mozart eine Spielzeit von gut dreieinhalb Stunden gegönnt. Als Zuschauer braucht man da ganz schön Sitzfleisch. Ich bin gespannt, ob man in Zukunft einen guten Weg finden wird, Hand für Kürzungen und mehr Geschwindigkeit in der Handlung „anzulegen“.

Bild- und Videoquelle: staatsoperette.de

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