Von Kaviar und von Spielen.

Culture Club l Dienstag, 5. März 2019, 22.00 Uhr

Escape Rooms sind ja das neue „Big Thing“ der Freizeitgestaltung. Nach dem Film überlege ich mir aber nochmal gut, ob ich das auch brauche…

Achtung: Spoiler! Finde das Rätsel, löse es und dann kannst du gehen. So in etwa funktionieren Escape Rooms. Zu einem solchen Abenteuerspiel lassen sich sechs Fremde einladen, wohl auch weil eine Belohnung von 10.000 Dollar winkt. So richtig wissen sie aber nicht, was auf sie wartet. Nur Danny outet sich als Wissender. Er kann den Beginn des Spiels kaum erwarten. Nur hat der Game Master schon sehr viel eher die Show eröffnet. Das versteht zu diesem Zeitpunkt keiner der Anwesenden.

Im Unterschied zu den echten Fluchtspielen wartet in diesem Escape Room nicht wirklich eine Belohnung zum Schluss. Eher ist die Bestrafung für Fehlentscheidung das unterhaltsame Ziel. Wie Gänseblümchenblätter werden die Gladiatoren aus dem Spiel gerissen. Sie schafft es. Er schafft es nicht. Und, das wird erst zum Filmende hin klar, dieses Match dient nicht zur Unterhaltung der Spieler.

Escape Room“ hat ein bisschen was von „SAW“ und ist dennoch eine frische Idee. Durch einen Trick im Storytelling werden die Zuschauer auf eine falsche Fährte gelockt. Von den ersten Filmminuten an wird man im Glauben gelassen, dass der frustrierte Supermarktangestellte Ben Miller zum Schluss überlebt. Doch auch Zoey Davis hat es geschafft am Leben zu bleiben, weil sie sich nicht an die Regeln gehalten hat. Außerdem gönnt ihr das Drehbuch einen verzeihbaren Logikfehler.

Zur Story des Films gehören – leider! – auch „die da oben“. Eine nicht näher bekannte Gruppe, die alles hat und deshalb auch alles darf. Genau für diese Menschen wurde das Spiel organisiert. Sie haben sonst keine anderen Nervenkitzel mehr und müssen ja irgendwie unterhalten werden.

Dieses in den Film reingeschriebene Verschwörungstheoretikerfestmahl geht mir sowas von auf den Sack! Im Juryurteil – also meinem – gibt es deshalb gleich einen Dreipunkteabzug: Vier von 10 Schlüsseln, auch wenn ich kurz auf den Gedanken gekommen bin, dass „die da oben“ eine Metapher für die Film-Sehenden sein könnte.

Bildquelle: Sony Pictures

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