Von Ursache und Wirkung.

Freedom of Speech l Sonnabend, 23. Februar 2019

In einem Interview mit der „Berliner Morgenpost“ kritisiert der ver.di-Chef die Paketzustelldienste. Wörtlich spricht Frank Bsirske von „mafiösen Strukturen.“ Besonders schlecht kommt dabei der Hermes-Versand weg. „Da werden Stundenlöhne von 4,50 oder sechs Euro gezahlt und das bei Arbeitszeiten von zwölf oder sogar 16 Stunden pro Tag. Das Problem wird größer, je mehr die Branche der Paketzusteller boomt.“ Eine passende und einfache Lösung liefert der Grünen-Politiker auch gleich.

Berliner Morgenpost: „Was hilft dagegen“? Frank Bsirske: „Die Politik muss auch in der Paketbranche die sogenannte Nachunternehmerhaftung einführen. Das bedeutet, dass der eigentliche Auftraggeber für die korrekten Arbeitsbedingungen bei allen Subunternehmern verantwortlich ist“.

Ich finde, hier verwechselt Herr Bsirske aber Ursache und Wirkung.

Natürlich müssen die Arbeitsbedingungen der Paketzusteller verbessert werden. Einem Unternehmer aber die Gewinnoptimierung im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten vorzuwerfen, hat schon ein gewisses Geschmäckle.

Dass im Markt nur wenig Geld vorhanden ist, liegt nicht an den Unternehmern, sondern am Verbraucher: Alle wollen viel verdienen, aber nur wenig bezahlen. Ein System, das auf Dauer nicht funktionieren kann.

Geiz ist eben nicht geil. Das spüren heute schon die Paketzusteller und das werden bald die vielen Niedriglohn-Empfänger aus den Dienstleistungsberufen im Rentenalter spüren. Die Preiskämpfe um den Verbraucher, um diesen zum Konsum zu bewegen, machen unser Sozialsystem kaputt. Nur hat Herr Bsirske nicht den Mut das mal ehrlich anzusprechen. Da ist die Kritik an einer Versanddienstleister doch viel einfacher. Zumal die öffentliche Empörung jetzt auf seiner Seite steht.

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