Von Familie Crain und vom Hill House.

Culture Club l Mittwoch, 31. Oktober 2018, Reformationstag

Herbstzeit. Eine merkwürdige Zeit. Farbenpracht trifft auf Dunkelheit. Es wird kalt, nass und grau. Manchmal weiß man gar nicht, was man da im Nebel sieht. Die Schatten des zu Ende gehenden Jahres spielen uns so manchen Streich. Es ist also Zeit für richtig guten Horror. Mein Tipp: „The Haunting of Hill House“.

Horrorfilme liebe ich bekanntlich. Auf das baldige Date mit Michael Myers freue ich mich schon. Die Wartezeit wollte ich mir mit „Spuk in Hill House“ vertreiben. Allerdings bin ich auch ein kleiner Schisser. Die erste Folge habe ich deshalb spätabends nach der Hälfte abgebrochen, um sie am folgenden Nachmittag im Hellen zu gucken. Im Flur waren da so komische Schatten und vom Balkon her, klang es noch merkwürdiger. Da ich die Serie nun durchhabe, ist es Zeit mal darüber zu schreiben.

Die wichtigste Empfehlung vorweg: „Spuk in Hill House“ muss man mit Surround-Sound angucken. Da knistert es rund um die Couch oft gefährlich und deshalb jetzt gleich der zweite Tipp. Kuscheldecke bereithalten!

Wikipedia fasst den Inhalt recht kurz zusammen: Die Serie erzählt die Geschichte von fünf erwachsenen Geschwistern (Familie Crain), die gemeinsam in einem der bekanntesten Spukhäuser des Landes aufwuchsen. Nach einer Tragödie wird die Familie wiedervereint und sieht sich plötzlich von Geistern ihrer Vergangenheit bedroht.

Ich will das so stehen lassen, um nicht durch Spoiler den Grusel zu verderben. Zwei, drei Sätze muss ich aber dennoch noch los werden. „The Haunting of Hill House“ (Ich finde den englischen Titel so viel schöner!) spielt auf mehreren Zeitebenen. Jedes der Crain-Kinder ist Schwerpunkt einer Folge und so wird die Story aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Dadurch wird ein unheimlich dichtes Beziehungsgeflecht aufgebaut. Respekt an die Drehbuchschreiber, die wie das Casting-Team ganze Arbeit geleistet haben. Der Hill-House-Spuk ist nichts für den Nebenbei-Konsum. Aufmerksamkeit ist schon erforderlich. Zwischendurch wird’s allerdings mal langatmig. Aber keine Angst, die Serie nimmt zum Schluss wieder an Fahrt auf und steuert auf ihren Höhepunkt im Serienfinale zu.

Ich hoffe, dass Netflix einen Weg für eine Fortsetzung findet. Vielleicht nicht mit Familie Crain, aber mit dem Hill House. Interessant zu beobachten ist, dass Darsteller aus „Game of Thrones“ in immer größerer Zahl ihre Wege aus Westeros heraus zu anderen Produktionen finden. So spielt Michiel Huisman den ältesten Sohn Steven. Das ist wohl ein Zeichen für die Qualität dieser HBO-Serie.

Das Juryurteil – also meins: Angucken. Unbedingt angucken!
Zehn von 10 Hausgeistern.

Bildquelle: Netflix, HBO, Serienjunkies.de

4 Kommentare

  1. Ha. Endlich! Eine Rezension zur Serie… Ich hab den Trailer mit den Kindern geschaut und mich schon gegruselt. Alleine könnte ich die nicht schauen… Hast du alle anderen Folgen dann auch im Hellen angesehen?

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