Von 22 Meilen und von der Displayschärfe.

Culture Club l Mittwoch, 26. September 2018

Ich bin noch gar nicht so lange „Ü 30“. Dieses Altwerden scheint aber langsam zu beginnen und damit meine ich nicht meine ersten grauen Haare. An die habe ich mich schon länger gewöhnt. Vielmehr habe ich Probleme beim Gucken aufs Smartphone-Display. Heute Abend fiel mir das wieder massiv auf.

Mit meinem Standard-Kinobegleiter saß ich in „Mile 22“. Während Mark Wahlberg in irgendeinem südostasiatischen Land unterwegs ist und dort den Helden gibt, meldete sich immer wieder mein Handy mit dem Toralarm. Borussia Dortmund schoss gegen den 1. FC Nürnberg gleich sieben Tore. Doch ein kurzer Blick aufs Display um den Spielstand zu erkennen, reichte nicht mehr. Ich musste mein Smartphone immer noch ein Stück von mir weghalten, um alles zu erkennen. Nach den Kontaktlinsen zündet wohl jetzt die nächste Stufe: Gleitsichtkontaktlinsen. – Ein schönes Wort fürs Galgenraten. Oder ich gewöhnte mich mal an meine Brille.

Das Geschehen auf der Leinwand konnte ich aber noch prima erkennen. Sie war ja auch entsprechend weit weg. Allerdings fand ich die Handlung nicht so prickelnd. Der Elite-Agent James Silva muss einen Spion namens Li Noor aus der amerikanischen Botschaft evakuieren. Die USA haben ihm Asyl angeboten, wenn er verrät, wo sich das geklaute Plutonium befindet, dem die CIA auf der Spur ist. Allerdings wollen die örtlichen Sicherheitskräfte das nicht. Die Fahrt von der Botschaft zum Flughafen über 22 Meilen wird deshalb arg actionreich. Dummerweise erhöhte sich mit der Anzahl der Toten auch die Anzahl der Filmschnitte pro Minute und dann sind da noch die Russen. Deren Rolle blieb bis zum Schluss unklar. Das hat den Film dann aber doch noch gerettet.

Vor dem Juryurteil gibt’s erst noch eine Spoilerwarnung!

Rache ist ein Gericht, welches am besten kalt serviert wird. Das scheint auch beim KGB, oder wie immer der Verein jetzt heißt, zu gelten. Alles was in den ersten 80 Minuten geschehen ist, war nur ein verdammt großer Bluff. Unsere CIA-Elite-Gruppe hatte vor einigen Monaten (im Film wird das zu Beginn gezeigt) russische Agenten auffliegen lassen. Dabei starb ein ziemlich junger Spion. Doch der hat eine Mutter und die den passenden Job…

Das Juryurteil – also meins: Sechs von 10 Spionen.

Bildquelle: Universum Film, Buena Vista 


2 Kommentare

  1. Das ändert sich mit dem Äterwerden wieder mit der Fern-, Nah- oder Gleitsichtigkeit. Mit meiner ersten Sehhilfe, da war ich ca./schätzungsweise mitte 30, brauchte ich was, um für „weiterweg“ einen guten Durchblick zu haben. TV zu Hause, Kino, Theater, Autofahren, große Räume, alles, was weiter weg als der Arm lang war. Dann kam die Gleitsichtzeit, ca. Mitte 40, die Buchstaben beim Lesen wurden immer kleiner. Und dann, oh Wunder, konnte ich plötzlich in der Ferne alles wieder glasklar erkennen. TV, Kino, Theater, große Räume – alles super ohne Brille. Aber am Bildschirm, beim Lesen, ja, sogar beim Säubern der Wohnung ist die Sehhilfe unbedingt erforderlich. Wie alt ich da war? Mitte 50 vielleicht. Also der Mensch und sein Auge ändern sich.

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