Von berühmten Haifischzähnen und von schwerer Kost.

Culture Club l Sonnabend, 15. September 2018 l 22.15 Uhr

Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ kannte ich – außer der „Moritat von Mackie Messer“ – nur vom Namen nach. Von der eigentlichen Handlung war mir bisher nichts bekannt. Das hat sich in den letzten zweieinhalb, recht intensiven Stunden geändert und trotzdem frage ich mich beim Verlassen der Staatsoperette gerade fast schon leicht resignierend: Was soll mir das Stück sagen?

Macheath ist ein Gangster wie aus dem Bilderbuch. Er raubt, erpresst, brandschatz, mordet und er hurt. Auch mit der Zahl seiner ‚Ehefrauen‘ nimmt er es nicht ganz genau. Aufgrund seiner Freundschaft zum Londoner Polizeichef fühlt er sich unantastbar. Bis er die eine Tat zu viel begeht. Macheath muss tatsächlich in den Knast. Allerdings kann er sich befreien. Anstatt zu fliehen, sucht er sich aber lieber die nächste Freudendame. Weil Nutten jedoch käuflich sind, landet er wieder hinter Gittern.

Wieder gelingt der Ausbruch und wieder hat Macheath nichts gelernt. Das Spielchen mit den Huren beginnt von vorn. Macheath landet so schlussendlich unter dem Galgen. Kurz vor der Vollstreckung des Urteils kommt ein berittener Bote des Königs. Macheath wird nicht nur begnadigt, sondern auch gleich noch in den Adelsstand erhoben und mit einer üppigen Leibrente ausgestattet.

Was soll mir das Stück nun aber sagen? Mit Blick auf den Schluss ist die Message einfach. Das Leben ist halt unfair. Doch ob das Theaterstück insgesamt eine durchgehende Aussage hat, wage ich zu bezweifeln. So hat wohl eher jedes einzelne Lied (s)eine Botschaft. Da heißt es ziemlich zum Schluss, dass es nicht erst die Nacht braucht, um das Schlechte im Menschen zu sehen. Vielleicht haben das Jahr der Uraufführung, 1928, und das aktuelle Deutschland recht viel gemein.

Bildquelle: staatsoperette.de


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