Vom Bus und vom Radfahrer.

The Daily l Dienstag, 11. September 2018 l 16.50 Uhr

Ich bin auf dem Heimweg vom Arzt. Eigentlich wollte ich nur ein Rezept abholen. Ich hatte deshalb schon heute Früh angerufen, damit auch alles vorbereitet ist. Doch dann war da ein Rentner-Ehepaar und die Schwester ist mit ihnen wohl deren gesamte Krankenakte durchgegangen. Ich saß deshalb mehr als eine halbe Stunde im Wartezimmer. Jetzt kann ich aber endlich die Sonne in meinem Gesicht genießen.

Ich folge der Bus-Linie 85 von Zschertnitz nach Plauen und laufe so auch alle Haltestellen ab. Vor dem Max-Planck-Institut wartet ein Radfahrer auf den Bus Richtung Löbtau. Laut Anzeigetafel muss er das noch 13 Minuten tun. Warum macht er das also? In der Zeit hätte er spielend alle Haltestellen mit seinem Rad abfahren können.

Während ich an ihm vorbeilaufe und drüber nachdenke, klingelt sein Telefon. Aus den hörbaren Gesprächsfetzen entnehme ich, dass er tatsächlich auf den Bus wartet: „… in gut zehn Minuten bin ich bei Dir.“

Ist er also einfach nur faul oder will er sein enganliegendes Radfahrer-Outfit nicht verschwitzen, weil das Rad nur Show ist und er doch eigentlich nur auf die Lycra-Klamotten steht? Ich werde es wohl nie erfahren. Genau sowenig, was die Apothekerin dachte, als ich mein Rezept einlöste.

„Ist die Anwendung bekannt?“ „Ja. Schlucken.“ Als sie mir meine Medikamente gab, schwieg die gute Frau.

Bildquelle: SnapwireSnaps (pixabay.com)


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