Von Andreas Egger und von einem ganzen Leben.

Tage wie diese, sollte man ganz entspannt verbringen. Vielleicht lesend. Hier ein Buchtipp:

„Ein ganzes Leben“ hatte ich zu einem Geburtstag geschenkt bekommen. Dann lag es eine ganze Weile vergessen rum, bis ich es vorkurzem erneut in die Finger bekam und dann habe ich es gar nicht mehr aus der Hand legen wollen. Das Buch ist fast ein Wunder. In einer einfachen aber zugleich fesselnden Sprache werden die 79 Jahre des Andreas Egger erzählt.

Der Autor – Robert Seethaler – versteht es zu Schwerpunkte zu setzen. Die wichtigen Lebensjahre werden so dicht beschrieben, dass ich die Seilbahn sehen kann, die die erste große Veränderung in ein kleines Bergdorf bringt. Ich bin so auch mit ihm in russischer Kriegsgefangenschaft und bewundere dort den Egger. Er verliert zu keinem Moment seine Menschlichkeit. Ich bin dabei, wenn sich Andreas das erste und eigentlich auch das einzige Mal verliebt. Ich habe noch nie so schön von einer Liebesgeschichte gelesen. Es sind teils ungewöhnliche Worte, die die Sprachlosigkeit des über sein Glück staunenden Andreas aufs Papier bringen. Doch es sind genau die richtigen.

Andere Jahre werden schnell überfolgen und trotzdem geschieht für mich ein Wunder. Auch wenn das Leben des Andreas Egger nur eine kleine simple Story ist, kommt sie wahr herüber. „Ein ganzes Leben“ hat mich erreicht. Vielleicht weil es nicht überhöht vom Sinn des Lebens schwafelt, sondern einfach die Geschichte eines erfüllten Lebens erzählt. Im Nachgang ärgere ich mich, die 185 Seiten so verschlungen zu haben. Das Buch werde ich noch einmal lesen. – Kapitel für Kapitel.

Bildquelle: amazon.de

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