Von dänischen Winkelementen und von einem heimlichen Star.

Wird zwar niemanden interessieren, aber selbst nach zwei Tage bin ich noch immer begeistert. Die Inszenierung von „Die Olsenbande hebt ab“ im Bautz‘ner Sommertheater war „mächtig gewaltig“.

Olsenbandenfilme fangen ja meist gleich an. Egon Olsen wird von Benny und Kjeld aus dem Knast abgeholt. Dabei schenken die Beiden zur Begrüßung dänische Fahnen. Auch wir bekamen Winkelemente in die Hand gedrückt. In der „Sicherheitsbelehrung“ vor Beginn der Aufführung wurden die gut 1.200 Zuschauer dann auch direkt aufgefordert die Fähnchen kräftig zu schwenken. Das Eis wurde so schnell gebrochen. Die Stimmung im Hof der Ortenburg war gut – wahrscheinlich grundlegend besser als im ebenfalls dort beheimateten sächsischen Oberverwaltungsgericht – und blieb auch so.

Es wurde viel gelacht. Auch wenn die Vorstellung mit drei Stunden doch zu lang gewesen ist. Etwas mehr Tempo würde dem Stück guttun. Der tosende Schlussapplaus war aber verdient. Nur der heimliche Star des Abends blieb unbedacht und dabei war das Bühnenbild der Hammer.

Liebe Leser dieses kleinen aber feinen Blogs, kennt ihr die Filmszene, wo sich Egon, Benny und Kjeld in der Kopenhagener Oper zur Ouvertüre von „Elverhøj“ durch sieben Türen sprengen. Die Umsetzung in Bautzen war genial! Die Olsenbande hat sich tatsächlich durch Wände gearbeitet. Außerdem gab es den für die Running Gags notwenigen umfangreichen Fuhrpark und sogar ein Flugzeug landete im Hof der Ortenburg.

Das Juryurteil – also meins: Sieben von 10 Franz-Jäger-Tresoren und die Bühne erhält den Mächtig-Gewaltig-Ehrenpreis.

Bildquelle: Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen

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