Von Minipenis in der Midlifecrisis und von der Kompensation.

Liebe Leser dieses kleinen aber feinen Blogs, stellt euch mal vor, dass ihr im Auto unterwegs seid. Ihr kommt von euren Eltern kommt. Das Mittagessen war lecker. Gleich steht ein fauler Nachmittag auf Balkonien auf dem Programm. Vielleicht gibt es sogar ein Eis. Ihr seid auf der Straße natürlich nicht allein. Unter den anderen Autos fällt euch jedoch schnell ein rotes BMW-Cabrio auf. Die Musik tönt laut. Um den Hals des Mannes, so Ende 50, liegen schwere goldene Ketten. Deutlich sichtbar, denn der Kragen des weißen Hemds ist weit geöffnet. Aber so richtig beherrscht er sein Auto nicht.

Auf der B 172 kann man prima den Tempomaten einschalten. Mit etwas mehr als fünfzig Stundenkilometern rollt ihr entspannt mit der grünen Welle durch die Straßen. Der BWM-Driver jedoch muss an jeder Ampel halten. Denn beim „Grün“ drückt er das Gaspedal durch, beschleunigt schnell. – Wenn er den Motor nicht gerade mal wieder verrecken lässt. Er ist deshalb mal vor und mal hinter euch. Nach einer Weile beobachtet ihr ihn intensiver. Entweder ist er besoffen oder sieht schlecht. Spurhalten ist aber definitiv nicht sein Ding.

Von der Teplitzer Straße soll’s jetzt auf den Zelleschen Weg gehen. Linksabbiegen ist hier auf zwei Spuren möglich. In etwa neben euch fährt Mr BMW. Er überholt natürlich noch beim Abbiegen und kommt dabei immer mehr auf eure Spur. Nur durch eine Notbremsung könnt ihr eine Kollision verhindern. Verständlicherweise hupt ihr aufgebracht. Der Goldkettchenträger zieht in seine Fahrbahn zurück. Nach einigen Momenten beschleunigt er. Das Knirschen im Getriebe übertönt sogar die Musik in eurem Auto. Nach wenigen Metern bremst er unerwartet und nötigt euch so, ebenfalls stark abzubremsen. Nochmals verhindert ihr geistesgegenwärtig einen Auffahrunfall.

Seit Kurzem ist die Verwendung von Dashcam-Aufnahmen vor deutschen Gerichten gestattet. Wäre das gerade Erlebte für euch ein Grund sich auch eine zu kaufen oder wäre das zu sehr ein Schritt Richtung Blockwartverhalten?

Karte: Apple Maps

5 Kommentare

  1. Nein, da liegst Du falsch. Im Strafrecht gilt der Amtsermittlungsgrundsatz zuvorderst. Damit wirst Du zum Zeuge des angezeigten Sachverhaltes. Dabei gilt der Grundsatz, wieso sollte jemand etwas zur Anzeige bringen, was nicht der Wahrheit entspricht, da die Gefahr der Verwirklichung des Straftatbestandes der eidlichen Falschaussage besteht (Du könntest auf Antrag auch des Angeklagten im Prozess vereidigt werden).
    Wenn der Angeklagte dann nicht absolut umwerfende Gegenbeweise bringt, wird die Würdigung Deiner Zeugenaussage höher ins Gewicht fallen.

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