Von der Biene und vom Verbraucher.

Heute ist erster internationaler Tag der Bienen. Ob dieses Ereignis auch nur einer einzigen Pollensammlerin genützt hat? Wohl eher nicht.

Dagegen ist dieser Tag wunderbar für Politiker geeignet. Denn erstmal kostet er nichts und lässt sich dennoch PR-technisch wunderbar ausschlachten. So kann man zum Beispiel selbst Imker werden. Beim dazugehörigen Pressetermin lassen sich dann viele nicht wehtuende Wortspenden verteilen. Allerdings richten sich die Aufrufe zur Arterhaltung an die Falschen. Die Bauern und in deren Gefolgschaft die Chemieindustrie sind nämlich die Wirkung, aber nicht die Ursache.

Grund für das Artensterben – es betrifft ja nicht nur die Bienen – ist der Verbraucher. Dieser gibt für technisches Spielzeug gern mal mehrere Tausend Euro aus. Nahrungsmittel hingegen müssen billig sein und damit das auch alle verstehen, gibt es die passenden Werbebotschaften Tag für Tag.

Was bleibt dem Bauern also anderes übrig, als auch die letzte Mohnpflanze auf dem Getreidefelde zu vernichten, um den Ertrag zu steigen. Schließlich muss er auf der immer gleichen Fläche immer mehr erwirtschaften, um seine Einnahmen wenigsten gleich zu halten. Diesem Beispiel lassen sich leicht andere hinzufügen. Mit Fleisch und Milch sieht es nämlich nicht viel besser aus.

Die öffentliche Empörung ist immer groß, wenn mal wieder ein Lebensmittelskandal aufgedeckt wird oder heimlich Aufnahmen in einem Schweinestall gemacht werden. Doch niemand fordert anschließend die richtigen Konsequenzen! Dabei ist die Alternative recht einfach. Wir müssen unsere Einstellung zum Essen ändern. Wir müssen Lebensmitteln wieder Respekt entgegenbringen und nicht nur vom einem zum nächsten Ernährungstrend hecheln. Dann bräuchte es nämlich keinen Weltbienentag.

Bildquelle: pixabay.com

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