Vom ersten Date und vom zweifachen Lachen.

Wir sitzen im Schillergarten und genießen den Sonnenschein. Nach einer Weile kommt das Thema Beziehungen zur Sprache. „Wie wäre es mit dem Typen von Nachbartisch?“ frage ich. Die Beiden waren kurz nach uns gekommen. Er ist so Ende Vierzig und in Begleitung seiner Mutter da. „Nein. Die haben doch ein Date.“ „Meinst Du? Das ist doch seine Mutter?!“ „Nein! Die haben ein Date. Guck mal wie aufgeregt sie ist.“

Jetzt mustere ich das Pärchen genauer. Er elegant schlicht. Sie in einem Kleid, das schon vor einiger Zeit das zweite Mal modisch war. Auch wenn das Wetter zu kurz verleitet, wäre etwas Längeres besser gewesen. Die blasse Haut ihrer Oberschenkel unterstreicht die zahlreichen Krähenfüße auch noch. Er setzt sich gerade um. Bisher saßen sie einander gegenüber. Jetzt ist er eng an sie herangerutscht. Sie ist wohl doch nicht seine Mutter.

Von der Elbe her wird es langsam kalt. Das Nachbartischdatepärchen fragt deshalb nach einem Platz in den Innenräumen des Schillergartens. Sie verschwinden. Kurz danach lachen meine zwei Begleiterinnen und auch die anderen sechs Frauen in unserer Umgebung laut los. Irgendwas muss mit dem Kleid gewesen sein. Ist vielleicht besser, dass ich es gar nicht mitbekommen habe.

Nach einer Weile sehen wir die Beiden wieder. Wir wechseln nämlich auch den Tisch. Sie sitzen eng beieinander. Ihr Kopf an seiner Schulter. Ihre Hand streichelt seine Oberschenkel. Jetzt sitzen sie aber in meinem Rücken und ich bekomme wieder nicht mit, was diesmal mit dem Kleid ist und somit Grund für das laute Lachen meiner Begleitung und der anderen Gäste ist, als die Beiden zahlen und gehen.

3 Kommentare

    1. Danke für den Kommentar und herzlich willkommen bei BehindBlueEyes.de.

      Sorry, wenn es so rübergekommen ist, dass über das Paar gelacht wurde. Ich glaube, denen hat jeder, zumindest von uns Dreien, viel Glück gewünscht. Anlass für das Schmunzeln war das Kleid und wo aus ihren Körper sie es zweimal „rausgezogen“ hat.

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