Von der Sommernacht und von Zettels Traum.

Kultur ist für mich – bekanntlich – kein Fremdwort. In Dresden bin ich entsprechend oft unterwegs. Nach Radebeul habe ich es bisher noch nie geschafft, auch wenn das dortige Theater gleich an der Stadtgrenze liegt und mit den DVB erreichbar ist. Doch für mein erstes Mal in den „Landesbühnen Sachsen“ brauchte es extra Besuch aus Leipzig. Zusammen sehen wir William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“.

Das Haus ist modern, aber leider eines dieser typischen 08/15-Bauwerke. Hier könnte auch eine Verwaltung drinnen sitzen oder Arzneimittel hergestellt werden. Der Architekt scheint sich nicht mit den Abläufen in einem Theater auseinander gesetzt zu haben. In einem schmalen Foyer drängen sich Pausensnackverkäufer und Zuschauer. Es fühlt sich arg beengt an. Anders der Saal. Trotz Sitzplätzen fast in der letzten Reihe sahen und hörten wir gut.

Meinem ersten Blick auf die Bühne folgte ein gedankliches „Oh Gott!“ Das Bühnenbild war von der Marke „künstlerisch wertvoll“ und die ersten Szenen bestärkten meine ersten Befürchtungen. Inszenierung und Ausstattung wollen hier zu viel. Doch dann holte mich das Stück ab. Auch wenn ich versuchte meine Skepsis zu behalten, zog mich die Handlung immer mehr in ihren Bann.

Besonders gut war der Sommernachtstraum, wenn die Schauspieler einfach nur das in unseren Sprachgebrauch adaptierte Stück spielten und auf versteckte Botschaften verzichteten.

Das Juryurteil – also meins: Ich habe mich amüsiert.
Sieben von 10 Blütensafttropfen

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