Vom Führerschein und vom Lotto.

Ich bin auf dem Heimweg. Nach zwei Stunden Wandern im Müglitztal bei herrlichstem Sonnenschein und knackiger Kälte fahre ich nicht direkt nach Dresden zurück. Ich war noch kurz im Erzgebirge, um Schnee zu gucken. Sonderlich viel liegt davon rund um Altenberg aber auch nicht. Dafür gabs Menschen en masse. Rund um Schloss Weesenstein hatte ich die Wanderwege fast für mich allein.

Allein bin ich jetzt auch nicht auf der B170. Kurz vor Karsdorf wird die Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometer erst auf 70 und dann 50 begrenzt. Wegen des starken Anstiegs reicht es jedoch hier einfach den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. Anders macht es der behutete Fahrer vor mir. Notbremsung beschreibt sein Verhalten am besten. Blitzartig verringert er genau in Höhe des Verkehrsschilds die Geschwindigkeit seines Mercedes. Gerettet hat mich der große Abstand, den ich gehalten habe. Hinter mir hupte es heftig.

Das nächste Verkehrsschild schon vor Augen habe ich meinen Abstand zur silbernen Rentnerklasse schnell vergrößert. Währenddessen zieht ein Škoda an mir vorbei und der Mercedes bremst. Das Glück ist beiden holt. Auf der Gegenfahrbahn ist kein Auto unterwegs. So kann der beige Superb ausweichen. Ein heftiges Hupkonzert setzt ein. Ich würde gern in beiden Autos Mäuschen sein und den Beschimpfungen lauschen. Während wir alle Karsdorf erreicht haben, bremst der Škoda grundlos. Da scheinen sich zwei gefunden zu haben, wieder zeigen sich ihre gegenseitige Sympathie akustisch an.

Konnte man früher den Führerschein im Lotto gewinnen? Anders kann ich mir nicht erklären, dass die beiden Herren überhaupt eine Fahrerlaubnis haben.

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