Vom Licht und vom Schatten.

Ich bin begeistert! Anders kann ich mein Essen nicht beschreiben und das, obwohl ich erst von der „Pasta du Chef“ überzeugt werden musste. Ursprünglich hatte ich mich für die Kartoffel-Ravioli entschieden. Doch die gabs nur als Vorspeise und das Rindfilet kam mit Rosenkohl daher. Den mag ich überhaupt nicht.

Die Pasta wurde mir von unserer charmanten Kellnerin empfohlen. Meinen Einwand, dass die Nudeln doch aus Dinkel sind, überging sie dezent. Speck, ein wenig Knoblauch, Spinat, Oliven und Grana Padano – ein kleines Meisterwerk steht vor mir auf dem Tisch. Auch das „Vitello Forello“ (rosa Kalbsbraten mit Forellensoße, gebackenen Kapern, Oliven und Grünzeug) und die Karotten-Salbei-Quiche mit Kresse-Dip und Salat schmecken meinen Begleiterinnen vorzüglich. Die Krönung des Abends ist jedoch „Ofenfrisch“. Ein Schokoladenküchlein mit flüssigem Kern, Eierlikör, Walnüssen und Rotwein-Butter-Eis als Dessert rundet unser sterneverdächtiges Essen ab.

Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Leider bestätigt die „Brasserie Ehrlich“ das Sprichwort. Die Sommelière als Inhaberin des liebevoll eingerichteten Restaurants verdirbt mit ihrer barschen Art leider die Stimmung. Sie ist ruppig und zieht ein Gesicht, als ob wir seit Jahren Dauerregen haben. Es fängt damit an, dass uns die Jacken und Mäntel zwangsweise abgenommen wurden. Die, von mir verschobene Tischdekoration wurde mit genauso vorwurfsvollen Blicken neu drapiert, wie die Stoffserviette, die ich weggelegt hatte, um Platz für die Speisekarte zu haben. Deren Rechtsschreibfehler sind somit leider nicht der einzige Minuspunkt heute Abend, der eigentlich hätte perfekt sein können. Aber keine Angst: Wir haben die Stimmung nicht vermiesen lassen.

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