Vom Kraftwerk und von der Operette.

Doppelte Premiere im neuen Jahr. Für mich gab es heute das erste Kulturevent und ich war zum ersten Mal im neuen Haus der Staatsoperette. Ich fange gleich mal mit meinem Gesamteindruck an: Schön. Liebe Leser dieses kleinen aber feinen Blogs, falls Sie jetzt ein „aber“ vermuten, es gibt eins.

Ich liebe es, wenn ehemalige Industrieanlagen einem neuen Zweck zugeführt werden. Das Kraftwerk Mitte, ein Industriedenkmal aus dem 19. Jahrhundert, hat sich entsprechend verwandelt. Endlich haben Staatsoperette und Theater der jungen Generation einen neuen Platz gefunden. Außerdem vor Ort sind Musikhochschule und Energiemuseum. Während ich vom Parkplatz zur Vorstellung lief, war es ein guter Einstieg in das Neujahrskonzert jungen Musikern beim Proben zuzuhören. Das Foyer bietet dann genau die Mischung aus Alt und Neu, die ich so mag. Und hier kommt das erste Aber. Mir fehlt der merkwürdig morbid-innovative Flair des alten Standorts in Leuben. Das alte Theater hat gelebt. Hier in Dresden Mitte wirkt alles schick-profan. Außerdem wird die markante Logofarbe der Staatsoperette nirgends verwendet. Ich hatte auch irgendwo anders sein können, wo man einfach „Operette“ draufgeschrieben hat. (Noch) fehlt der Wiedererkennungswert.

Das Neujahrskonzert stand unter der Überschrift „Johann Strauß trifft Gioachino Rossini“. Dass der Walzerkönig mehrere Mal hier in Dresden war, wusste ich. Aber dass zwei seiner Stücke sogar in Sachsen spielen war mir neu. Seinen letzten Walzer „An der Elbe“ und die Operette „Waldmeister“ hat er extra für uns komponiert. Dem Wiener stand der Pariser gegenüberüber. Zu hören waren unter anderem seine Gewittermusik aus „Der Barbier von Sevilla“ und die Ouvertüre zur Oper „Wilhelm Tell“. Durch die Musikauswahl führte moderierend der Dirigent. Gut gelaunt gab er mehrere Anekdoten zum Besten. Leider folgt hier jetzt das nächste Aber. Bedingt durch einen Wasserschaden war das Neujahrskonzert ein stückweit improvisiert. Nur Teile von Bühne und Technik standen zur Verfügung. Dazu hatte ich das „Pech“ seitlich zu sitzen und zwar so, dass der Dirigent genau zwischen mir und den Sängern stand. Leider hat das die Akustik beeinträchtigt. Ich bin deshalb gespannt, wie eine Vorstellung auf der vollständigen Bühne wirkt. Denn wiederkommen werde ich auf alle Fälle.

Bildquelle: kraftwerk-mitte-dresden.de, staatsoperette.de

7 Kommentare

      1. Es ist unterschiedlich, heute morgen geht es, recht leichte Musik. Den ganzen Tag kann ich es auch nicht hören. Es sind ja auch immer nur einzelne Sätze aus Konzerten oder einzelne Arien aus Opern. Gerade jetzt ist es etwas „grenzwertig“ zu hören.

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