Vom Lesen und vom Vorteil.

Wer lesen kann, ist im Vorteil. Dieses wohl recht bekannte Sprichwort habe ich heute mit einem Einkauf bei Aldi bestätigt.

Von Zustand meines Autos leicht gefrustet, habe ich im Discounter meines Vertrauens zugriffen. Im Eingangsbereich lagen „Königin Pasteten“. Lecker wie sie aussahen, landeten sie ohne großes Überlegen im Einkaufswagen und dann die erste zu Hause in meinem Mund.

Ich kaue auf einer wenig schmeckenden trockenen Masse rum. Irgendwie scheint es in meinem Mund auch mehr zu werden. Enttäuscht greife ich zur Schachtel und lese: „Füllen Sie die Pasteten vor dem Servieren mit einer Béchamelsauce, garniert mit Geflügelfleisch.“ Alternativ kann man die Pasteten wohl auch süß füllen. Doch auf den Aufwand habe ich jetzt absolut keinen Bock. Als Frustessen muss deshalb ein Buttermilchdessert mit Rhabarbergeschmack herhalten.

3 Kommentare

  1. Ich musste leicht schmunzeln als ich über deine Erfahrung mit der Königin Pastete gelesen habe.
    In den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts war Königin Pastete mit Ragout fin „en vogue“ bei meinen Großeltern, heute würde man sagen: sie war „in“. Die Pasteten mussten beim Bäcker bestellt werden und wurden ganz vorsichtig, damit sich nicht verkrümelten, nach Hause getragen auf einem Kuchentablett aus Pappe. Im Supermarkt (gab es die damals schon?) konnte man die nicht kaufen. Als Teenie, der ich damals war, fand ich das essen immer irgendwie luxuriös. Vermutlich war das dem Namen geschuldet. Aber satt wurde man von einer Pastete nicht, allenfalls die älteren Damen (oh, meine Oma war Toilettenjahrgang und ähnlich alt wie ich heute), die sie zu Gast hatte.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.