Von der Energiewende und von der (Ohn-) Macht der Natur.

Isar bedeutet in etwa fließendes Wasser. Teile des Oberlaufs gelten als letzter naturbelassener Fluss in Deutschland. Die Isar diente vermutlich schon in vorgeschichtlicher Zeit als Handelsweg. Seit 1924 wird der Fluss zur Energiegewinnung genutzt. Seitdem leitet das Stauwehr Krün das Isarwasser zum Walchensee um. 1951 verlor die Isar zusätzlich das Wasser des Rißbachs, welches ebenfalls zum Walchensee weitergeleitet wird. Die Folgen für die Isar sind verheerend.

Vor den Eingriffen zeigte sich die Isar als typischer Gebirgs- und Voralpenfluss mit breitem, sich ständig verlagerndem Flussbett, ausgedehnten Schotterbänken und verzweigten Flussarmen. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten fanden im Geröll ihre Nische. Heute hat der Fluss nicht mehr die Kraft sein Bett zu gestalten. Vogelarten, die offene Kiesflächen als Brutplatz benötigen, finden hier keinen Lebensraum mehr. Selten geworden sind deshalb die Fluss-Seeschwalbe und der Flussuferläufer. Auch ein Teil der typischen Isarfische ist in seinem Bestand bedroht, wie zum Beispiel Huchen oder Wels.

Warum ich einen bayrischen Fluss, fern von Dresden so ausführlich beschreibe? In Bonn findet vom 6. bis 17. November 2017 die UN-Klimakonferenz statt. Im Vorfeld gibt es u. a. in den rheinischen Braunkohlerevieren vom Bündnis „Ende Gelände“ Aktion gegen den Kohleabbau. Dabei wird unterschwellig behauptet, dass die Energiewende alternativlos ist. Mag sein. Mit Blick auf die Isar frage ich mich aber, ob die Energiewende gut für die Natur ist oder sie neue Probleme schafft? Doch darüber habe ich noch keinen der Aktivisten oder gar unserer Politiker nachdenken gehört. Aber das würde ja alles nur verkomplizieren. Da wir in einer Zeit der einfachen Antworten leben, ist dies wahrscheinlich nicht erwünscht.

Quelle: wikipedia.de

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