Von einer 17-jährigen und vom Angriff der Killerspinne.

Ich liege in meinem Bett. Die frühe Nacht wird durch ein gelegentliches Wetterleuchten erhellt. Plötzlich zerreißen Schreie aus dem Nachbarhaus die Stille. Die 17-jährige von gegenüber schreit, als ob an ihr ein blutiger, langsamer und schmerzerfüllter Ritualmord vollzogen werden soll.

„Ich wollte das Fenster absichtlich nicht öffnen!“ schreit sie in das Donnern des sich nähernden Gewitters. Die beruhigende Antwort ihres Vaters geht im Grollen unter. „Und jetzt ist irgendeine riesengroße Spinne in meinem Zimmer!“ Ihre Angst lässt ihre Stimme zitternd versagen.“ Das lautstarke Zetern bringt mich zum Aufstehen. Ich will mich vergewissern, ob da drüben tatsächlich ein größerer Verwandter von Rubeus Hagrids Riesenspinne aus dem Verbotenen Wald ist.

Sicherheitshalber schließe ich nun mein Fenster. Denn ein Regenguss geht nieder und verschlingt mit seinem heftigen Plätschern ihre letzten verzweifelten Schreie.

Bildquelle: Thomas Kohler l kultur-kolumne.de

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