Vom Telefonat und von Begleittätigkeiten.

Wird zwar niemanden interessieren, aber ich laufe beim Telefonieren durch meine Wohnung. Also auch jetzt, während ich mich mit einem Freund aus Chemnitz unterhalte. Auf dem Balkon mache ich einen längeren Stopp. Die Nachbarn grillen mal wieder im Imhof. Wobei Grillen es wohl besser heißen müsste, dass die Nachbarn mal wieder versuchen zu grillen. Die Holzkohle wird von denen nämlich einfach nur im Spiritus ertränkt, angezündet und nur wenige Aufblicke später landen Steaks und Würste auf dem Grill.

Kopfschütteln gucke ich dem Treiben eine Weile zu. So geht man mit Fleisch doch nicht um. Ich möchte gar nicht wissen, wie das schmeckt. Doch irgendwie sehe ich schlecht. Alles ist leicht getrübt. Ich mache mich also auf dem Weg ins Bad, um die Brille zu putzen. Die Gläser werden beidseitig mit Flüssigseife eingeschmiert. Nebenbei läuft Wasser ins Waschbecken. Hierin spüle ich die Brille ab.

„Was machst Du eigentlich?“ fragt es aus dem Telefon. „Ich mache meine Brille sauber.“ „Aha. Es klingt, als ob Du jemanden ersäufst“ „Nö. Das Bedürfnis habe ich im Moment nicht mehr.“ Mit einem Tempo trockne ich die Gläser und laufe nun wieder Richtung Balkon. Doch ich sehe noch immer schlecht: Die Grill-Experten haben den Innenhof eingenebelt.

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