Vom Kaffee und von den Katzen.

Kaffee ist das drittbeliebteste Getränk der Welt und Bilder von Katzen, nun ja, ein Internet-Phänomen sowieso. Die entsprechend gefälschten Statistiken zur Quellenunterlegung mag jeder selbst suchen. Was liegt also näher, als Katzen und Kaffee zusammenzuführen!?

Zuerst, ich liebe Kaffee, ich glaube, mittlerweile bin ich auch (ein bisschen) süchtig. Und, ich mag auch Katzen, aber, heute soll es um Kaffee gehen. Und um Katzen!

Mittlerweile definiere ich für mich einen guten Start in den Tag mit dem Genießen meines frisch gebrühten Cappuccinos jeden Morgen, die 20 min zeitlicher Aufwand sind es mir wert. Ich teste hierfür sehr gerne neue Sorten, das heißt, verschiedene Arabica-Bohnen aus wechselnden Anbaugebieten. Als Favoriten haben sich über die letzten Jahre der India Monsooned Malabar, Äthiopien und im letzten Jahr, Kuba, herauskristallisiert. Auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen zeigte mir der Röster meines Vertrauens mit einem spitzbübischen Lächeln vor einiger Zeit Bohnen der Sorte „Kopi Luwak“. Ich war sofort begeistert, „Haben wollen!“ mein nächster Gedanke.

„Kopi Luwak“, sagt nix!?

Achtung: Katze = süüüüüß!!
Nun, das sind vom Strauch gefallene Kaffeebohnen, die von der Katzenart der Fleckenmusangs (Indonesien) aufgenommen und in deren Verdauungstrakt verwertet und danach wieder ausgeschieden werden. Kundige Eingeborene laufen den Kätzchen hinterher, sammeln das ein, säubern und verpacken es, danach wird exportiert. Geröstet wird dann im Zielgebiet. Der Preis entspricht der Exklusivität des Vorgangs.
Nochmals => Katze = süüüüüß!!

Die genauen chemischen Prozesse die dabei ablaufen, kann man sich im weiten Internet erlesen.
Also habe ich mir 20 Gramm (in Worten: zwanzig!!) geleistet, um mir auch dazu mal eine Meinung bilden zu können. Gefreut habe ich mich Wochen enorm auf das Erlebnis. Da ich vor kurzem meine Siebträgermaschine mal wieder reinigen musste, nutzte ich das als Ausgangspunkt der Verkostung. Maschine entkalkt, entfettet, gesäubert, die Kaffeemühle ebenso entfettet. Genau 9 Gramm Bohnen abgewogen, gemahlen. Den Pressdruck der Maschine auf 10 bar erhöht, um den Geschmack bestmöglich zu extrahieren. Und da lief er auch schon durch und stand vor mir. 90 ml feinster Espresso mit zarter Crema.

Ich führte eine spirituelle Waschung durch, zog meinen rituellen Kaffee-Seiden-Pyjama an, verdunkelte die Wohnung, entzündete U-förmig um den Couch-Tisch 10 Kerzen und hängte an der offenen Seite das Bild eines Fleckenmusangs auf. Nach einem gemurmelten Dank in Richtung des außergewöhnlichen Tieres genoss ich den ersten Schluck. Ich schloss die Augen und fühlte mich, als würde ich einen sommerlichen, tropischen Regenwald nach frischem Monsunguss betreten. Genauso schmeckte der Espresso…eine absolut unaufdringliche Säure, kaum wahrnehmbar, Spuren von Cassis, vielleicht auch ein Hauch Maracuja, etwas nasses Katzenfell. Noch ein Schluck, und die Tasse war leer.

Da saß ich nun, und das war es auch. Ich zitiere mal aus der Bundy-Familie: „Rumms, bumms, fertig Bud!“

Der Kopi Luwak ist garantiert etwas absolut Außergewöhnliches, Seltenes sowieso. Ist er den Hype, der darum gemacht wird, wert? Die Frage kann und will ich nicht beantworten. Ihm wohnt ein fantastischer Geschmack inne, aber ich habe ihm seinen Preis schlicht nicht abgetrunken. Mit diesen Erkenntnissen bleibe ich bei meinen bisher favorisierten Sorten, schaue mir schöne Katzen-Bilder von Fleckenmusangs im Internet an und denke mir dabei: „Ha Miez, deine Hinterlassenschaften habe ich schon getrunken!“

Da fällt mir ein, ich habe beim letzten Einkauf auch noch 20 Gramm „Hawaii Kona“ mitgenommen…

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