Von Trauer und von Statistik.

Ich war bei meiner Oma auf dem Heidefriedhof. Seit 16 Jahren ist sie nicht mehr bei uns. Für mich ist dieser Besuch dennoch sehr wichtig. Ich berichte was in letzter Zeit alles passiert ist. Ich erzähle von meinen Sorgen und von dem, was mich glücklich macht.

In Gedanken bin ich jetzt noch bei ihr, während ich zum Auto zurücklaufe. Auf dem Weg komme ich an einem frischen Grab vorbei. Mehrere Leute stehen um die doch große Ansammlung von Blumen. Sie fotografieren. Da sie sich recht laut unterhalten, kann ich gar nicht anders, als zuzuhören: „Das ist der Kranz von Familie Schulze. Ich würde 90 Euro schätzen.“ „Habe ich.“ „Vom Horst gibt’s nur einen Strauß. Keinen Kranz.“ „Wie teuer war das? Was denkst Du?“ „Sieht billig aus.“

Warum machen die das? So ein Verhalten habe ich noch nie erlebt. Das Bilder vom Grab gemacht werden, kann ich wenigstens nachvollziehen. Aber die Aufwendungen für die letzten Grüße auszuwerten…

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4 Kommentare

  1. Der Todestag meines Vaters nähert sich in diesem Jahr zum 9. Mal. Es war und ist mir ganz egal, wer wieviel für Blumen, Gestecke oder Kränze ausgegeben hat für die Trauerfeier. Hauptsache, man hat an ihn gedacht. Ich verstehe diese Rechnerei nicht, die du beobachtet hast. Sie hätten ja auch für eine Instution zu Spenden aufrufen können, dann hätte die Familie es auf den Cent genau gewusst, wieviel jeder „Trauernde“ ausgegeben hat.
    Und jeder weiß doch, dass es sein kann, dass das Blumengeschäft „Secondhandblumen“ für ein Gebinde benutzt – kommt doch nicht darauf an – welkt ja eh gleich vor sich hin. Sollte natürlich nicht so sein,hab ich aber selbst schon gedacht im Anblick der „Blumenpracht“.

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